Ein weißer, leerer Teller steht auf einem braunen Tisch. links eine silberne Gabel, rechts ein silbernes Messer.

Ein Tag ohne Essen

24 Stunden Fasten: Warum es sinnvoll sein kann – und wie es richtig funktioniert

24 Stunden nichts essen – für viele Menschen klingt das zunächst extrem. Doch genau dieses kurze Fasten kann eine spannende Erfahrung für Körper und Kopf sein. Warum das so ist, wie man es richtig macht und worauf unbedingt geachtet werden sollte, erklärt dieser Artikel.

Ist 24 Stunden Fasten überhaupt gesund?

Kurz gesagt: Ja, für gesunde Erwachsene kann ein 24-Stunden-Fasten durchaus sinnvoll sein. Allerdings sollte man sich von einigen verbreiteten Erwartungen verabschieden.

Ein solcher Fastentag ist kein Wundermittel zum Abnehmen. Auch der oft erwähnte Prozess der Autophagie – also die „Selbstreinigung“ der Zellen – wird dadurch kaum messbar aktiviert. 

Warum also überhaupt fasten? Der größte Effekt liegt im Mindset.

Der wichtigste Effekt: Das Gehirn neu trainieren

Der menschliche Körper ist evolutionär darauf programmiert, Hunger als Gefahr zu interpretieren. Über den größten Teil der Menschheitsgeschichte war Nahrung nicht jederzeit verfügbar. Das Gehirn reagiert deshalb oft mit Alarm, sobald Hunger auftritt.

Heute ist die Situation anders: Essen ist ständig verfügbar.

Ein kurzer Fastentag kann dabei helfen, dem Körper und dem Kopf zu zeigen:

  • Hunger ist kein Notfall
  • Hunger bedeutet nicht automatisch Gefahr
  • Der Körper kann eine Zeit ohne Nahrung problemlos überstehen

Diese Erfahrung kann enorm befreiend sein – besonders für Menschen, die ständig ans Essen denken oder bei bestimmten Lebensmitteln schwer stoppen können.

Ein starkes Erfolgserlebnis

Ein weiterer Vorteil: Nach 24 Stunden Fasten entsteht oft ein starkes Gefühl von Selbstkontrolle und Erfolg. Wer diese Erfahrung einmal gemacht hat, startet motivierter in weitere Ernährungs- oder Gesundheitsziele.

Dabei gilt: Es muss nicht sofort 24 Stunden sein.

Wer noch nie gefastet hat, kann auch mit kürzeren Zeiträumen beginnen:

  • 6 Stunden
  • 8 Stunden
  • 10 Stunden

Entscheidend ist nur, etwas auszuprobieren, das außerhalb der gewohnten Komfortzone liegt.

Was während des Fastens erlaubt ist

1. Viel trinken

Hydration ist der wichtigste Punkt während des Fastens.

Erlaubt sind:

  • Wasser
  • ungesüßter Tee
  • schwarzer Kaffee

Der Fokus sollte klar auf Wasser liegen. Viele orientieren sich an einer groben Richtlinie von etwa 3,7 Litern pro Tag. Wer bisher deutlich weniger getrunken hat, sollte die Menge jedoch langsam steigern.

2. Kalorienfreie Getränke

Zuckerfreie Getränke sind grundsätzlich erlaubt, sollten aber nicht übermäßig konsumiert werden.

3. Gemüsebrühe

Wenn der Hunger sehr stark wird, kann eine selbst gekochte Gemüsebrühe helfen. Sie enthält Elektrolyte, wärmt den Körper und vermittelt ein gewisses Sättigungsgefühl.

4. Proteinshakes ohne Zucker

Ein zuckerfreier Proteinshake kann während längerer Fastenphasen sinnvoll sein. Proteine helfen dem Körper, Muskeln zu erhalten und signalisieren, dass bevorzugt Fettreserven statt Muskelmasse genutzt werden sollen.

Bewegung während des Fastens

Intensiver Sport ist an einem Fastentag nicht sinnvoll.

Empfohlen sind stattdessen:

  • Spaziergänge
  • leichtes Yoga
  • sanftes Pilates

Vermeiden sollte man:

  • HIIT-Training
  • Sprints
  • extrem anstrengende Workouts

Auch Wärme hilft vielen Menschen beim Fasten – etwa durch warme Kleidung, Tee oder eine Wärmflasche.

Wer nicht fasten sollte

24-Stunden-Fasten ist nicht für alle geeignet. Nicht teilnehmen sollten:

  • Schwangere
  • Stillende
  • Menschen mit Essstörungen
  • Untergewichtige
  • Personen mit Typ-1-Diabetes
  • Menschen mit akuten Infekten oder Fieber
  • Personen mit sehr körperlich belastender Arbeit
  • Kinder und Jugendliche

Im Zweifel sollte immer vorher medizinischer Rat eingeholt werden.

Wie ein 24-Stunden-Fasten konkret ablaufen kann

Ein einfaches Beispiel:

  1. Letzte Mahlzeit am Vortag gegen 18:00 Uhr

  2. Beginn der Fastenzeit am nächsten Morgen um 08:00 Uhr

  3. Ende des Fastens am darauffolgenden Tag um 08:00 Uhr

Während dieser Zeit viel trinken, leichte Bewegung, ausreichend schlafen, sich möglichst ablenken. Gerade ausreichend Schlaf spielt eine große Rolle, da Schlafmangel Hunger und Sättigungsgefühl stark beeinflussen kann.

Danach: Übergang zum Intervallfasten

Nach einem erfolgreichen Fastentag entscheiden sich viele Menschen für Intervallfasten. Dabei wird täglich eine Mahlzeit ausgelassen – meist entweder Frühstück oder Abendessen.

Der Vorteil liegt vor allem darin, dass das Zeitfenster zum Essen kleiner wird. Dadurch fällt es vielen Menschen leichter, ein moderates Kaloriendefizit einzuhalten.

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